
Lanzarote ist mehr als nur eine Insel. Eine Landschaft – geprägt von Meer, Wind und Vulkanen, in der Architektur und Natur auf besondere Weise miteinander verschmelzen. Wer nur 4 Tage hat, um Lanzarote zu entdecken, wird angesichts der Vielzahl an Vulkanlandschaften, Stränden und Sehenswürdigkeiten schnell überwältigt sein.
Dieser kompakte Reiseplan führt Sie ohne Zeitdruck zu den wichtigsten Orten. Die Fahrzeiten sind dabei sinnvoll abgestimmt, sodass auch genug Zeit bleibt, die lokale Küche zu entdecken. Einen erweiterten Überblick über die Insel finden Sie in unserem Guide zu den Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote.
Tag 1: Vulkanlandschaften im Süden und Faszination Timanfaya
Für den ersten Tag bietet sich eine Fahrt in den Südwesten Lanzarotes an. Hier zeigt sich der vulkanische Ursprung besonders eindrucksvoll.
Gesamtdauer: etwa 7 bis 8 Stunden.
Empfohlene Anfahrt: Von der Inselmitte oder aus dem Süden nehmen Sie die LZ-2 und fahren anschließend auf die LZ-67, die bis ins Herz der Montañas del Fuego (Feuerberge) führt.
Nationalpark Timanfaya
Der Timanfaya Nationalpark ist ein Zeugnis der Vulkanausbrüche zwischen 1730 und 1736, deren Kraft man hier heute noch spüren kann.
Der Besuch beginnt mit einer audiovisuellen Einführung im Besucherzentrum in Mancha Blanca oder direkt am Islote de Hilario. Dort zeigen die Parkguides eindrucksvoll, dass der Vulkanismus auf Lanzarote noch sehr präsent ist: Wasser wird in Erdlöcher gegossen und schießt nach einigen Sekunden als Geysir wieder heraus, während trockenes Buschwerk durch die Hitze des Untergrunds entzündet wird.
Von hier aus geht es mit dem Bus auf die Ruta de los Volcanes. Während der etwa 40-minütigen Fahrt sehen Sie Vulkankegel, Lavatunnel und ausgedehnte Lavafelder, die zu Fuß nicht zugänglich sind.
Weitere Informationen zu dieser Region und anderen außergewöhnlichen Vulkanlandschaften finden Sie in unserem Artikel über die Vulkane Lanzarotes.
Tipp: Die Zahl der Parkplätze am Islote de Hilario ist begrenzt. Es empfiehlt sich, vor 9:30 Uhr oder erst ab 15:00 Uhr am Zufahrtstor zum Nationalpark einzutreffen, um den größten Andrang und den kilometerlangen Stau zu vermeiden.
Charco de los Clicos und El Golfo
Nur etwa 15 Autominuten entfernt auf der LZ-704 in Richtung Küste liegt das malerische Fischerdorf El Golfo. Bevor Sie durch den Ort schlendern, sollten Sie vom Parkplatz zum Aussichtspunkt des Charco de los Clicos gehen.
Die Lagune mit ihrem intensiven Smaragdgrün verdankt ihre Farbe der hohen Konzentration der Alge Ruppia maritima im Wasser, das unterirdisch vom Meer zufließt. Der Kontrast zwischen dem rötlich gefärbten Vulkankrater, dem schwarzen Sandstrand und dem tiefblauen Atlantik macht den Ausblick wirklich besonders.
Wo essen: Zum Mittagessen bleiben Sie am besten direkt in El Golfo. Restaurants wie Casa Torano oder El Rincón de Pedrín bieten Terrassen mit Blick auf die Küste. Dort können Sie frischen Tagesfang wie Papageifisch oder Zackenbarsch mit den traditionellen Runzelkartoffeln und rotem oder grünem Mojo genießen.
Los Hervideros und die Salinen von Janubio
Weiter in Richtung Süden führt die Küstenstraße LZ-703 zum nächsten Halt: Los Hervideros. Die Lavaklippen erstarrten abrupt, als sie mit dem Meerwasser in Kontakt kamen. Die Brandung wird hier beim Aufprall auf das Lavagestein durch unterirdische Felskammern gepresst, so dass die Küste regelrecht zu „kochen“ scheint.
Zum Abschluss des Nachmittags folgen Sie der Straße bis zu den Salinas de Janubio, den größten Salinen des gesamten kanarischen Archipels. Vom Aussichtspunkt eröffnet sich der Blick auf ein Mosaik aus Salzbecken in Farbtönen von Weiß bis Rosa, das besonders bei Sonnenuntergang zur Geltung kommt.
Tag 2: Der kulturelle Norden und das Vermächtnis César Manriques
Der zweite Tag steht ganz im Zeichen des Künstlers und Architekten César Manrique, der einst unzugängliche Vulkanlandschaften in Kunstwerke verwandelte, die sich harmonisch in ihre Umgebung einfügen.
Gesamtdauer: etwa 8 Stunden.
Empfohlener Anfahrtsweg: Die wichtigste Verbindung ist die LZ-1, die den Norden der Insel in Richtung Órzola durchquert.
Jameos del Agua und Cueva de los Verdes
Beide Sehenswürdigkeiten liegen im Inneren des Vulkantunnels, der vor mehr als 3.000 Jahren durch den Ausbruch des Vulkans La Corona entstand.
Jameos del Agua: Dieser von Manrique gestaltete Ort verbindet Natur und menschliche Einflüsse auf besondere Weise. Für die Planung Ihres Besuchs empfehlen wir unseren ausführlichen Beitrag zu den Jameos del Agua. Beim Abstieg in einen Jameo – einen durch den Einsturz der Decke eines Vulkantunnels entstandenen Hohlraums – gibt es einen unterirdischen See zu erkunden, der durch Meerwasserfiltration gespeist wird. Hier lebt eine weltweit einzigartige Art: die blinde Albino-Krabbe. Der Rundgang endet an einem türkisfarbenen Pool, der von subtropischer Vegetation und einem in den Fels geschlagenen natürlichen Auditorium umgeben ist.
Cueva de los Verdes: Nur wenige hundert Meter entfernt erwartet Sie der Abstieg ins Erdinnere. Bei der etwa 50-minütigen Führung durch die Cueva de los Verdes erfahren Sie mehr über die Entstehung des Lavatunnels. Außerdem gibt es am Ende der Besichtigung eine Überraschung, die die Guides erst ganz zum Schluss enthüllen.
Mirador del Río
Weiter in Richtung Norden fahren Sie über die LZ-201 und anschließend die LZ-202 hinauf zum Risco de Famara. Auf mehr als 400 Metern über dem Meeresspiegel liegt der Mirador del Río, ein weiteres architektonisches Meisterwerk César Manriques, das sich nahezu unsichtbar in die Vulkanlandschaft einfügt.
Durch die großen Panoramafenster bietet sich einer der schönsten Ausblicke der Kanaren: auf den Naturpark des Chinijo-Archipels und die Insel La Graciosa im Vordergrund, die durch die als El Río bezeichnete Meerenge von Lanzarote getrennt ist.
Villa de Teguise und Caleta de Famara
Zum Abschluss des Tages geht es über die LZ-10 ins Inselinnere, auf einen Zwischenstopp in der Villa de Teguise. Ein Spaziergang durch die historische Altstadt der ehemaligen Hauptstadt Lanzarotes führt vorbei an weiß getünchten Häusern, Holztoren und gepflasterten Gassen.
Anschließend geht es über die LZ-402 zur Küste nach Caleta de Famara. Der mehr als fünf Kilometer lange Strand liegt vor den beeindruckenden Klippen und ist das Zentrum des Surfsports auf der Insel. Den Sonnenuntergang über dem Meer zu beobachten, während sich das Licht im feuchten Sand spiegelt, ist ein stimmungsvoller Abschluss dieses zweiten Tages. Weitere Küstenorte in der Region finden Sie in unserem Reiseführer zu den besten Stränden im Norden Lanzarotes.
Wo essen: In der Villa de Teguise können Sie im El Bastión del Jamón Tapas genießen oder modern interpretierte kanarische Küche probieren. Wenn Sie lieber am Meer in Famara zu Abend essen möchten, ist das Restaurant El Risco mit direktem Blick auf die Klippen eine bekannte Adresse für gehobene kanarische Küche.
Tag 3: Ausflug nach La Graciosa
Der dritte Tag führt auf die Insel La Graciosa. Ein Ausflug hierher ist ein echtes Erlebnis: Es gibt keine asphaltierten Straßen – nur einige sandige Wege prägen das ruhige Inselleben. Alle praktischen Informationen finden Sie in unserem Blogbeitrag zu Aktivitäten auf La Graciosa.
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Caleta de Sebo und Playa de las Conchas
Nach der Ankunft in Caleta de Sebo, dem Hauptort auf La Graciosa, spürt man sofort, dass die Zeit hier langsamer vergeht. Mit dem Leihfahrrad oder einem Transfer mit einem autorisierten 4x4-Taxi geht es in den Norden der Insel.
Dort liegt die Playa de las Conchas, ein beeindruckender goldener Sandstrand am Fuß der rötlichen Montaña Bermeja. Von der Küste reicht der Blick bis zu den unbewohnten Inselchen Montaña Clara und Alegranza.
Sicherheitshinweis: Aufgrund der starken Strömungen des offenen Meeres im Norden von La Graciosa kann das Baden an der Playa de las Conchas gefährlich sein. Genießen Sie hier besser die Landschaft und gehen Sie zum Baden an geschütztere Stellen.
Playa Francesa und Playa de la Cocina
Nach dem Abstecher zur Playa de las Conchas gibt es im Süden der Insel die Playa Francesa zu entdecken, eine geschützte Bucht mit ruhigem, kristallklarem Wasser, die sich ideal zum Schnorcheln eignet. Nur etwa 10 Minuten Fußweg entfernt, direkt am Fuß der Montaña Amarilla, liegt die Playa de la Cocina, eine naturbelassene Bucht, die von Klippen in vulkanischen Farbtönen geschützt wird.
Vor der Rückfahrt nach Lanzarote können Sie die Zeit am Hafen in Caleta de Sebo noch nutzen, um eine Kleinigkeit zu essen.
Wo essen: In Restaurants wie dem Restaurante Girasol oder Casa Enriqueta können Sie lokale Meeresfrüchte, Gofio Escaldado und frischen Fisch genießen, den die Fischer der Insel gefangen haben.
Tag 4: Weintradition in La Geria und die Strände von Papagayo
Am letzten Tag verbinden wir die landwirtschaftlich geprägte Vulkanlandschaft im Inselinneren mit den bekanntesten Stränden im Süden Lanzarotes.
Gesamtdauer: etwa 6 bis 7 Stunden.
Empfohlene Anfahrt: Die Panoramastraße LZ-30 durchquert das gesamte Weinanbaugebiet und führt anschließend über die LZ-2 und LZ-702 weiter in Richtung Playa Blanca.
Geschützte Landschaft La Geria
La Geria ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie sich Menschen an ihre Umgebung anpassen. Nach den Vulkanausbrüchen des 18. Jahrhunderts entdeckten die örtlichen Landwirte, dass die Vulkanasche (Picón) Feuchtigkeit speichert und die Pflanzen vor dem Wind schützt.
Für den Weinbau gruben sie Tausende halbkreisförmige Mulden aus und schützten sie mit kleinen Mauern aus Vulkangestein, den sogenannten Socos. So entstand eine weltweit einzigartige Kulturlandschaft, in der die geschätzte Rebsorte Malvasía Volcánica angebaut wird.
Empfohlene Weingüter: Entlang der LZ-30 bietet sich ein Zwischenstopp mit geführter Weinprobe an. Bodegas El Grifo, das älteste Weingut der Kanaren, 1775 gegründet, mit einem sehenswerten Museum, sowie Bodega La Geria sind zwei gute Optionen, um den Herstellungsprozess der Weine auf Lanzarote kennenzulernen.
Monumento al Campesino
Im geografischen Zentrum der Insel, nahe San Bartolomé, befindet sich das Casa-Museo del Campesino. Der von César Manrique entworfene Komplex würdigt die Arbeit der Landwirte Lanzarotes. Neben der beeindruckenden, mehr als 15 Meter hohen Skulptur können Sie im Kunsthandwerkszentrum Werkstätten für Keramik, Palmflechten und traditionelles Weben besichtigen.
Strände von Papagayo (Costa Papagayo)
Zum Abschluss Ihrer Reise geht es in den äußersten Süden Lanzarotes zum Monumento Natural de Los Ajaches. Hinter dem Ferienort Playa Blanca beginnt ein Netz unbefestigter Wege, das zur Costa Papagayo führt. Für die Zufahrt mit dem Auto wird eine Umweltgebühr von 3 € pro Fahrzeug erhoben.
In diesem geschützten Gebiet reihen sich mehrere windgeschützte Buchten mit feinem, goldenem Sand aneinander:
Playa de Papagayo: der bekannteste Strand mit seiner charakteristischen Muschelform und von Klippen geschütztem türkisfarbenem Wasser.
Playa Mujeres: der längste Strand der Gruppe, ideal für ausgedehnte Spaziergänge am Wasser.
Playa del Pozo und Puerto Muelas: ruhigere Buchten für alle, die etwas mehr Privatsphäre suchen.
Wo essen: Beenden Sie Ihren Ausflug mit einem Mittagessen in den Strandbars oberhalb der Klippen der Playa de Papagayo. Bei einem maritimen Reisgericht oder gegrillten Napfschnecken mit grünem Mojo können Sie den Blick auf die benachbarte Insel Fuerteventura genießen.
Wichtige Tipps für Ihre Lanzarote-Reise
Damit Ihre Reise von Anfang bis Ende entspannt verläuft, sollten Sie vor der Ankunft einige wichtige organisatorische Punkte berücksichtigen.
1. Fortbewegung auf der Insel
Obwohl es öffentliche Busverbindungen (guaguas) gibt, ist ein Mietwagen für diesen 4-Tage-Reiseplan praktisch unverzichtbar, wenn Sie flexibel bleiben möchten.
Die wichtigsten Straßen sind gut ausgebaut und ausgeschildert. Am bequemsten ist es, den Mietwagen bereits im Voraus zu reservieren und ihn direkt nach der Landung am Flughafen César Manrique-Lanzarote (ACE) zu mieten.
2. Beste Reisezeit für Lanzarote
Lanzarote bietet das ganze Jahr über ein frühlingshaftes Wetter mit Durchschnittstemperaturen zwischen 20 °C im Winter und 28 °C im Sommer.
Frühling und Herbst (Mai, Juni, September und Oktober): gelten als besonders geeignete Monate. Die Zahl der Besucher ist moderat und die Passatwinde fallen meist schwächer aus.
Sommer: ideal für Wassersport und andere Aktivitäten im Meer, allerdings ist dies meist auch die Zeit mit stärkerem Wind.
Winter: perfekt, um der Kälte auf dem europäischen Festland zu entkommen, auch wenn die Tage etwas kürzer sind.
3. Übernachten auf Lanzarote
Um die täglichen Fahrzeiten möglichst kurz zu halten, empfiehlt es sich, eine zentrale Unterkunft oder einen Standort mit guter Anbindung an die wichtigsten Straßen der Insel zu wählen. Einen ausführlichen Überblick finden Sie in unserem Reiseguide zu den besten Urlaubsorten auf Lanzarote.
Küstenregion zwischen Costa Teguise und Puerto del Carmen: Diese Küstengebiete sind besonders günstig gelegen. Viele Sehenswürdigkeiten im Norden und Süden sind in etwa 20 bis 40 Minuten mit dem Auto erreichbar. HD Hotels bietet auf der Insel das HD Sense Arena – eine Unterkunft, die für Erholung nach erlebnisreichen Tagen bestens geeignet ist und regionale Gastronomie, Nachhaltigkeit und die natürliche Umgebung der Kanaren miteinander verbindet.
4. Gepäck und weitere Tipps
Bequemes Schuhwerk: Für Wanderungen über Lava- und Vulkanasche sollten Sie geschlossene Schuhe mit abriebfester Sohle mitbringen.
Sonnenschutz und Windjacke: Die Sonne scheint hier das ganze Jahr über. Der für die Insel typische Wind kann zudem darüber hinwegtäuschen, wie intensiv die Sonneneinstrahlung tatsächlich ist. Denken Sie an biologisch abbaubaren Sonnenschutz, eine Kopfbedeckung und eine leichte Jacke für die Abendstunden.
Respekt vor der Natur: Denken Sie daran, dass Sie sich in einem Biosphärenreservat befinden. In Nationalparks ist es streng verboten, die markierten Wege zu verlassen oder Steine, Sand oder Muscheln als Souvenir mitzunehmen.
Mit diesem gut abgestimmten 4-Tage-Programm entdecken Sie die wichtigsten Facetten Lanzarotes: Vulkanlandschaften, Kunst, Meer und Tradition prägen eine Reise, die noch lange in Erinnerung bleibt.